Prediger Ömer Döngeloğlu an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung verstorben

Ein bekannter Fernsehprediger in der Türkei ist am Coronavirus verstorben. Er war auch hierzulande bekannt und beliebt.

Der bekannte türkische Autor, Theologe und Prediger Ömer Döngeloğlu ist an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung am Sonntag (3. Mai 2020) in einem Krankenhaus in Başakşehir verstorben. Er befand sich dort zur Behandlung, nachdem vor einigen Tagen bereits die Infektion mit dem Coronavirus bekannt geworden war. Zuletzt hatte sich der Gesundheitszustand des beliebten Predigers, der außerdem für seine Fernsehprogramme bekannt war, massiv verschlechtert. Der Leichnam wurde noch am selben Tag im bekannten Gräberfeld für Märtyrer von Edirnekapı (Istanbul) beerdigt.

Der 1968 in Zile (Tokat) geborene Döngeloğlu besuchte nach dem religiösen Gymnasium in Zile die theologische Fakultät der Universität Sakarya und begann anschließend eine Tätigkeit als Imam einer Gemeinde in Tokat (1986-1996). Döngeloğlu hat lange Zeit danach im öffentlichen Dienst gearbeitet, sich in der Stiftung der DIYANET engagiert und auf zahlreichen Veranstaltungen mit seiner Expertise und seinem Erzählstil auf sich aufmerksam gemacht. Seine Forschungen widmete Döngeloğlu der Geschichte des Islam und der Biografie des Propheten Muhammad (saw). Hieraus resultierten zahlreiche wissenschaftlichen Arbeiten, Aufsätze und populärwissenschaftliche Bücher.

Auch hierzulande bekannt – durch Veranstaltungen bei türkeistämmigen Verbänden

In den 2000er-Jahren begann Döngeloğlu auch vermehrt öffentlich aufzutreten. Er hielt Vorträge, Seminare und begann sein Handwerk in diesem Bereich weiter zu professionalisieren. Einem breiteren Publikum wurde er in der Türkei über Morgenprogramme im Fastenmonat Ramadan bekannt. Wie stark sein Einfluss auf die türkische Gesellschaft und muslimische Community war, zeigt sich auch daran, dass fast alle staatlichen und religiösen Instanzen, sowie große Teil der Zivilgesellschaft der Familie öffentlich kondoliert haben, darunter auch der Staatspräsident und der Präsident der türkischen Religionsbehörde.

Auch ein großer Teil der muslimischen Community in Deutschland trauert um den Prediger, der hierzulande immer wieder bei türkeistämmigen Verbänden (u. a. DITIB, IGMG, ATIB) aufgetreten ist und mit seiner Art auch viele Jugendliche begeistert hat. Döngeloğlu hat sich stets als lieber Mensch gezeigt, der einen herzlichen und friedvollen Islam gepredigt hat. Seine Art den Islam zu predigen, berührte die Emotionen seiner Zuhörerschaft. Dennoch blieb sein Wirken nicht apolitisch. Döngeloğlu setzte sich beispielsweise für die Lage der Uiguren in China ein und kritisierte das Schweigen von Muslim*innen zur Lage der Geschwister in Ostturkestan weltweit.

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