Islam-Theologin Muna Tatari in den Ethikrat berufen

Erstmals wurde in den Deutschen Ethikrat eine Islam-Theologin berufen. Muna Tatari soll künftig im Gremium ihre Expertise einbringen.

Der neue Ethikrat nimmt zum 30. April 2020 seine Arbeit auf. Mit dabei ist auch Muna Tatari. Sie ist die erste muslimische Theologin überhaupt, die in den Deutschen Ethikrat berufen wurde. Tatari arbeitet seit Oktober 2015 als Junior-Professorin für Islamische Systematische Theologie am Seminar für Islamische Theologie der Universität Paderborn und ist Leiterin des Seminars für Islamische Theologie (SIT). Nach einem Studium in Amman hat Tatari mehrere Jahre lang in Hamburg gelebt.

Sie hat sowohl privat als auch universitär in verschiedenen Disziplinen geforscht und studiert. Später ging sie nach Paderborn, wo sie eine Stelle als Post-Doc am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften (ZeKK) angetreten ist. Sie promovierte später an der Universität Paderborn in Komparativer Theologie und gehörte zu den Stipendiatinnen der Stiftung Mercator. Tatari übernahm später eine Junior-Professur und soll langfristig ein neues Islam-Zentrum an der Universität Paderborn etablieren.

Engagierte Islam-Expertin und erste Islam-Theologin im Deutschen Ethikrat

Tatari gilt als Islam-Expertin und ist für ihre ruhige, sachliche Art, ihre spannenden Vorträge und ihre interdisziplinäre Expertise bekannt und geschätzt. Die Fachwelt schätzt und kennt sie. Sie ist Mitglied in der Initiative für Islamische Studien e. V., im Beirat für den Islamischen Religionsunterricht in NRW, der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) und in der Kommission für die Stipendienvergabe des Avicenna Studienwerks. Tatari ist erst die zweite Person, die als Muslimin in den Ethikrat berufen wurde. Ihre Berufung war bereits seit Anfang April bekannt.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat neben Tatari insgesamt 20 weitere Mitglieder in den Deutschen Ethikrat berufen. Damit wird der Deutsche Ethikrat neu zusammengesetzt, nachdem ein Teil der Ratsmitglieder am 10. April 2020 turnusmäßig aus dem Gremium ausgeschieden war, darunter auch der bisherige Vorsitzende Peter Dabrock. Drei Mitglieder eingerechnet, die zwischen 2016 und 2018 außerhalb des regulären Turnus berufen worden waren, gehören dem Deutschen Ethikrat nun insgesamt 24 Mitglieder an. Die Amtszeit beträgt vier Jahre. Mitglieder dürften maximal für zwei Amtszeiten dem Ethikrat angehören.

Der Deutsche Ethikrat bearbeitet gemäß seinem gesetzlichen Auftrag ethische, gesellschaftliche, naturwissenschaftliche, medizinische und rechtliche Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere die Information der Öffentlichkeit und die Förderung der Diskussion in der Gesellschaft, die Erarbeitung von Stellungnahmen sowie von Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln für die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag sowie die Zusammenarbeit mit nationalen Ethikräten und vergleichbaren Einrichtungen anderer Staaten und internationaler Organisationen.

Quelle: https://www.ethikrat.org/der-ethikrat/

Offenlegung aus Transparenz-Gründen: Der Autor dieses Beitrags kennt Muna Tatari persönlich und hat an mehreren Fachkonferenzen und Veranstaltungen unter ihrer Leitung/Teilnahme teilgenommen.

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