Sauberkeit ist im Islam ein wichtiger Punkt, den viele Menschen nicht verstehen und selbst Muslim*innen nicht richtig begreifen. Der Islam baut auf Sauberkeit und (ritueller) Reinheit auf. Muslim*innen sind welche, die sich sauber und ordentlich kleiden und auf Sauberkeit und Hygiene achten. Eine Person, die gepflegt ist und auf Sauberkeit achtet, wird sowohl gesellschaftlich anerkannt werden, als auch bei Allah (swt) zu den geliebten Menschen gehören.

Sauberkeit und Reinheit sind Bestandteile religiöser Praxis

Sauberkeit und Reinheit werden oft missverständlicherweise nur in einem förmlichen Charakter verstanden. Für Muslim*innen ist Sauberkeit und Hygiene jedoch ein Bestandteil der religiösen Praxis und der Religion des Islam. Ohne eine rituelle Waschung ist beispielsweise weder das Gebet gültig, noch kann man in unreinem Zustand eine gute gläubige Person sein.

Wenn also von Sauberkeit und Reinheit im Islam gesprochen wird, dann ist damit auch der Kernbestandteil der religiösen Praxis gemeint. Ein Grund dafür, warum in klassischen islamischen Werken zu gottesdienstlichen Handlungen (ʿIbādat) oft die Themen Reinheit, Sauberkeit und Hygiene an vordersten Stellen behandelt werden.

Auch im Koran finden wir Hinweise auf die Wichtigkeit des Themas. Im Koran heißt es in der Sura al Baqara (Die Kuh) unter anderem:

Allah liebt die Reumütigen, und Er liebt die, die sich rein halten.

Sura 2, Vers 222

Es geht hierbei nicht nur um die Reinheit im Sinne, dass man auf die Umwelt achtet (das ist auch lobenswert), sondern auch um die rituelle Reinigung. Sauberkeit hat für Muslime sowohl einen körperlichen Aspekt als auch einen seelischen. Wenn also im Koran über diejenigen gesprochen wird, die reumütig sind und sich rein halten, dann ist damit sowohl körperliche Hygiene und Sauberkeit gemeint, wie auch seelische Reinheit. Ein Geist der sich vom Schlechten fernhält, ist ein reiner Geist. Dieser ist unverdorben und damit besonders wichtig für das eigene Seelenheil und Wohl.

Sauberkeit ist ein Teil des Glaubens

Und ein weiterer Aspekt wird aus dem obigen Koranvers klar. Allah (swt) liebt die Reumütigen und diejenigen die sich rein halten. Die Liebe von Allah (swt) zu erhalten ist das Schönste, dass Muslim*innen, gläubigen Menschen, passieren kann. Dies ist auch der Grund warum unser geliebter Prophet (saw) in einem seiner überlieferten Aussprüche sagt:

Die Sauberkeit ist die Hälfte des Glaubens (Iman)

Mascharikul-Anwar, Band 2, S. 107

Unser geliebter Prophet (saw) macht uns darauf aufmerksam, dass die Sauberkeit ein Teil des Glaubens ist. Wer nicht auf Sauberkeit und Reinheit achtet, sowohl körperlich als auch seelisch, sollte sich ernsthaft Gedanken über seinen Glauben und seinen persönlichen Zustand machen. Denn einerseits gehört diese Person eben nicht zu denen, denen versprochen wurde, dass Allah (swt) sie liebt, andererseits lässt diese Person auch an ihrem Glauben zweifeln. Deshalb ist es wichtig auf diesen Punkt besonders zu achten.

Natürlich kann nicht der Anspruch für alle Menschen gleich sein. Wer arm oder bedürftig ist, muss versuchen in ihren Möglichkeiten auf diese Gebote zu achten. Dabei kann sich die Person auch an der prophetischen Tradition (Sunnah) orientieren. Schließlich hat es auch zu Zeiten des Propheten (saw) Menschen gegeben, die in der Wüste gelebt und bedürftig gewesen sind. Dies hinderte sie jedoch nicht daran, zu den besten Menschen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft zu gehören. In ihrem Glauben waren sie rein und von Muslim*innen ihrer Zeit geschätzt.

Fazit zum Thema Sauberkeit im Islam

Wenn wir unser Gebet verrichten wollen, dann müssen wir die Gebetswaschung auch genauso ernst nehmen wie das Gebet selbst. Denn mit der Gebetswaschung ist erst die Grundlage für das Gebet gelegt worden. Wir reinigen unseren Körper und wir reinigen dabei auch unsere Seele. Wenn wir dann im Gebet unserem Schöpfer gegenüber stehen, dann kann das nur gelingen, wenn wir unseren Geist und unseren Körper von unreinen Dingen befreien.

Wir halten hier nun fest: Muslim*innen sind Personen die auf Sauberkeit und Hygiene achten. Muslim*innen halten ihre Seele rein. Muslim*innen halten ihr Herz rein.

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