Ein Individuum, das in seinem ganzen Leben nicht gehungert hat, wird niemals verstehen, wie es hilfsbedürftigen Menschen, den Armen und Obdachlosen oder den Flüchtlingen ergeht. Ein Individuum welches fastet, versteht das Leid dieser Menschen dafür umso besser und kann tief in seinem Herzen die Schwere und Not besser nachempfinden. Fasten stärkt die Empathie mit den schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft und auf der Welt.

Barmherzigkeit und Mitgefühl werden bei Muslim*innen wachsen, die fasten und sich dem Verzicht widmen. Als Resultat dessen, werden sie versuchen den Armen und Hilfsbedürftigen so weit wie es ihnen möglich ist, zu helfen und ihre Sorgen und ihr Leid zu lindern. Das Fasten im Monat Ramadan stärkt also all die Gefühle, von denen die Gesellschaft immer spricht: Solidarität, Mitgefühl und Barmherzigkeit.

Solidarität und helfen

Es geht um Solidarität und Hilfe für die Ärmsten der Armen. Muslim*innen sollten im Ramadan versuchen besonders denjenigen zu helfen, die wirklich Hilfe brauchen. Einladungen zum Essen, Geldspenden und einfach nur da sein und zuzuhören, das sind alles Dinge die im Ramadan Hochkonjunktur haben und haben müssen. Dabei warten die Muslim*innen nicht darauf, bis sie gefragt werden, sondern helfen ungefragt, denn es gilt für sie:

Die gebende Hand ist besser als die nehmende Hand!

Bukhari Abschnitt über Zakat Nr. 18 und 50

Es geht Muslim*innen darum diese kalte Welt in eine warme und hilfsbereite Welt zu verändern. Auch wenn der Ramadan nicht anhält, so hat das Fasten in diesem Monat die härtesten Herzen erweicht und viele Menschen gütig und barmherzig werden lassen. Weit und lange nach dem Ramadan hielt dies in der Vergangenheit an. Dieses Gefühl wurde jedes Jahr durch den wiederkehrenden Ramadan und das wiederkehrende Fasten für Allah (swt) gestärkt.

Nachbarschaft und Hilfsbereitschaft

Auch der Ausspruch des Propheten Muhammad (saw)

Wer satt ins Bett geht, während sein Nachbar hungert, gehört nicht zu uns!

Bukhari Abschnitt über Iman Nummer 74

hat eine ganz besondere Bedeutung für Muslim*innen.

Muslim*innen unterscheiden bei ihren Nachbar*innen oder bei Bedürftigen nicht nach ihrer Religionszugehörigkeit. Es geht darum gesamtgesellschaftlich zu helfen und die Not in der Gesellschaft zu lindern, egal, ob es sich bei den Hilfsbedürftigen um Muslim*innen handelt oder nicht.

Das Umfeld unterstützen und dann erweitern

Die Hilfsbereitschaft beginnt in der Familie, dann folgen die Nachbar*innen, dann die Freund*innen und Bekannte und schließlich wenn es in all diesen Umgebungen nichts mehr gibt, bei wem und wo man helfen kann, dann erst in der Gesellschaft und auch wenn man hier nichts finden kann, dann auf der ganzen Welt.

Muslim*innen denken in der Praxis allerdings zuerst global und merken nicht, dass die Bedürftigen oftmals nicht in Angola oder in der Türkei sind, sondern direkt vor ihren Augen. Vielleicht muss man sie nochmals darauf hinweisen, dass man zuerst in der eigenen Umgebung helfen sollte, bevor man sich global engagiert. Nur so kann ein nachhaltiger Wandel auf der gesamten Welt entstehen.

Denn nur eine starke Gemeinschaft hier in Deutschland kann auch weltweit die Not und das Leid der Menschen lindern.

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