Seit 14 Jahren gibt es nun das Format “Zukunftsforum Islam”. Ursprünglich geht das Format auf eine Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zurück. Seit Bestehen des Formats war es mir ein persönliches Anliegen daran teilzunehmen. Das scheiterte jedoch, weil ich entweder die Zeiten für die Anmeldungen verpasste oder aufgrund meiner Sozialisation (in einer bestimmten muslimischen Organisation) nicht erwünscht war.

Dabei wurde immer wieder auf Podien, Workshops und Gesprächen über mich, meine Person und meine Arbeit gesprochen. Ich vergesse nie, wie ich von Teilnehmer*innen angeschrieben und auf Podien in mehrere Jahre hintereinander darauf aufmerksam gemacht wurde. Ich fragte damals auch immer wieder bei Verantwortlichen nach: Warum über mich sprechen, wenn man mich einladen kann? Man versprach, man werde mich einladen. Es folgte: nichts.

Manche Dinge kann man nachholen. Auch die Teilnahme an einem Zukunftsforum Islam

Es blieb damit ein unerfüllter Wunsch, am Zukunftsforum Islam teilzunehmen. In all den Jahren hörte ich von anderen, wie es dort war, was sie dort erlebten und wie sie es fanden. Ich habe beobachtet, wie sich das Format weiterentwickelt hat und heute bei einem eigenen Verein verortet mit einem Beirat gestaltet und ausgerichtet wird. Viele meiner Schützlinge nahmen teil und profitierten – nach eigenen Angaben – von den Erfahrungen, dem Austausch und den Workshops des Formats.

Im vergangenen Jahr verfolgte ich die Ausschreibung für die Bewerbung sehr intensiv. Doch irgendwie kam es nicht zu einer Anmeldephase. Das Forum wurde aus organisatorischen Gründen abgesagt und in dieses Jahr verschoben. Als ich dann kurz vor der Veranstaltung sah, dass die Anmeldung geöffnet ist, habe ich mich schnell beworben und meine Organisation um einen Urlaubstag gebeten. Zum Schluss gehörte ich vermutlich zu den letzten Personen, die zum Zukunftsforum zugelassen wurden. Das Zukunftsforum Islam war ausgebucht.

Gutes Format. Tolle Workshops. Viel Networking.

Neben vielen bekannten Gesichtern traf ich auf dem Zukunftsforum auch auf viele neue und spannende Menschen. Das Format ist als sog. Safe Space aufgebaut. Das heißt, die Teilnehmer*innen dürfen keine Aufnahmen, keine Fotos und keine Inhalte von der Veranstaltung posten. Es erforderte sehr viel Disziplin, sich an diese Vorgaben der Veranstalter*innen zu halten. Mein Faible für Social Media und Kritik ist schließlich bekannt. Der Respekt gegenüber anderen Teilnehmer*innen gebietet es an der Etikette des Forums festzuhalten.

Um einen Eindruck zu bekommen, was alles passiert ist, empfiehlt sich daher der Blick auf das diesjährige Programm. Es gab aus meiner Sicht viel Zeit für Begegnungen, für Networking, für den Austausch und auch um neue Dinge zu lernen. Entsprechend möchte ich mich bei den Veranstalter*innen, insbesondere beim Vorsitzenden Samy Charchira, für drei wundervolle und gelungene Tage an der Hochschule Düsseldorf bedanken.

Ich habe einen tiefergehenden Einblick in die muslimische wie nicht-muslimische Zivilgesellschaft gewonnen, interessante und spannende Menschen kennengelernt und viel für meine eigene Arbeit mitgenommen. Dafür hat sich das Warten dann auch gelohnt.

P.S. Vor Beginn des Zukunftsforum Islam hatte ich schon die Möglichkeit die Gedenkausstellung auf dem Gelände der Hochschule Düsseldorf zu besuchen und mich führen zu lassen.

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