DITIB-Passage in Köln: Neue KT Bank Filiale feierte Eröffnung

Die unter dem Stichwort "Islamic Banking" in Deutschland tätige KT Bank AG hat am Dienstag (3. Oktober 2017) in Köln ihre vierte Filiale eröffnet. Die neue Filiale hat ihren Sitz in der sog. DITIB-Passage in Köln-Ehrenfeld. Seit Donnerstag ist die Filiale auch für Kunden zugänglich.

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Die unter dem Stichwort „Islamic Banking“ in Deutschland tätige KT Bank AG hat am Dienstag (3. Oktober 2017) in Köln ihre vierte Filiale eröffnet. Die neue Filiale hat ihren Sitz in der sog. DITIB-Passage in Köln-Ehrenfeld. Seit Donnerstag ist die Filiale auch für Kunden zugänglich.

Eine Bank in einer Passage eines der größten türkischen Verbände in Deutschland? Während „normale“ Banken sich von solchen Standorten fernhalten, ist es für die KT Bank AG ein idealer und strategisch wichtiger Standort. Die Bank lebt von dem Image des sog. „Islamic Banking“. Sie gehört zu 100% der Kuveyt Türk Katılım Bankası A.Ş. in Istanbul und ist die erste Bank in Deutschland, die ausschließlich Finanzprodukte und Dienstleistungen nach den Prinzipien des „Islamic Banking“ anbietet. Da ist eine zentrale Filiale in einem der größten Moscheekomplexe Deutschlands natürlich der ideale Standort.

DITIB-Passage ist idealer Standort für eine „islamkonforme“ Bank

Das sieht auch der Vorstandsvorsitzende der KT Bank, Ahmet Kudsi Arslan so. „Das Potenzial für Islamic Banking in Nordrhein-Westfalen ist im Rahmen unserer Hauptzielgruppe ‚türkische Muslime‘ sehr groß“, betont Arslan und ergänzt: „Hier leben mit circa 1,5 Millionen die meisten Muslime in Deutschland und die fast 950.000 Menschen mit türkischen Wurzeln bilden die größte Zuwanderergruppe in NRW. Hier sind außerdem wichtige türkische und deutsch-türkische Unternehmerverbände, muslimische Religionsverbände, Charity-Organisationen und die meisten Moscheegemeinden angesiedelt.“

Alles potenzielle Kunden für eine Bank, die sich auf Muslime als Zielgruppe spezialisiert hat. Entsprechend fiel auch die Eröffnung aus. Die neue Filiale in Köln wurde in einer feierlichen Zeremonie im Rahmen des Tages der offenen Moschee (TOM) eröffnet, zeitgleich mit der Eröffnung der DITIB-Einkaufspassage durch den DITIB-Vorstand und der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die DITIB hat keine Kosten und Mühen gescheut, um die Einkaufspassage zu einem attraktiven Treffpunkt für Moscheebesucherinnen und Besucher zu machen. In der Passage gibt es entsprechend auch verschiedene Angebote von Produkten für Muslime, Halal Restaurants bis eben hin zur Filiale einer Bank.

Großer Andrang und Interesse, auch durch Nicht-Muslime

Mehr als 6.000 Besucherinnen und Besucher strömten am 3. Oktober 2017 durch den Moscheekomplex der DITIB-Zentralmoschee in Köln. Schätzungsweise mehr als 6.000 Personen waren anlässlich des Tags der offenen Moschee vor Ort. Nach Angaben der KT Bank haben sich viele Menschen am Infostand über das islamische Bankwesen informiert – auch viele Nichtmuslime.

„Bei uns gibt es kostenlose Girokonten ohne Dispo, lukrative Anlagemöglichkeiten, die auf dem Prinzip der Erfolgsbeteiligung basieren, Immobilienfinanzierungen, Finanzierungen für größere Anschaffungen sowie Investitionskredite für Geschäftsmittel und vieles mehr“, bestätigt Arslan und ergänzt: „Bei der Eröffnung besuchten uns auch zahlreiche interessierte Nichtmuslime – wir können und möchten auch ethische Hausbank in NRW für Kunden jeder Weltanschauung sein.“

Kritische Ansicht zu Islamic Banking

Tatsächlich ist das möglich. Die KT Bank AG verfügt seit dem Jahr 2015 über eine Bankenlizenz und ist ein Einlagenkreditinstitut nach deutschem Recht und Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB). Damit ist sie rechtlich gleichgestellt mit anderen deutschen Banken. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Geschäft mit dem Modell „Islamic Banking“ wirklich am Interesse des Kunden ausgerichtet funktioniert.

Ähnliche Modelle in Großbritannien oder auch im Ausland haben gezeigt, dass das präferierte System durchaus Mängel aufweist, die sowohl theologischer als auch geschäftlicher Natur sind. Im Grunde kann „Islamic Banking“ durchaus funktionieren – nur, ob es dann wirklich noch um Islam und Muslime geht, darüber scheiden sich die Geister.

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