Zahlreiche Medien vermeldeten heute, dass eine Fatwa für in der Bundesliga spielende Fußballer für den Ramadan erlassen worden ist. Iniatiator für die Fatwa war der ZMD in Zusammenarbeit mit dem DFL, DFB und dem FSV Frankfurt. Demnach sei es Profi-Fußballern erlaubt ihr Fasten während des Ramadan zu unterbrechen.
Das klingt zunächst einmal sehr gut. Damit haben Spieler eine Erleichterung, die es nicht schaffen die körperliche Anstrengung zu ertragen und Gefahr laufen zu dehydrieren. Allerdings hat das ganze einen üblen Nachgeschmack.
Denn dem deutschen Kenner ist nicht wirklich klar, dass eine Fatwa nicht bindend ist, wenn es um eine Erleichterung in religiösen Fragen geht. Und dies kann sich später als ein Bärendienst für die muslimischen Spieler in der Bundesliga herausstellen.
So wird aus der Fatwa in deutschen Medien zitiert:
Der Arbeitsvertrag zwischen dem Spieler und dem Verein zwinge den Profi zu einer bestimmten Leistung. “Und wenn diese Arbeit, laut Vertrag, seine einzige Einkommensquelle ist und wenn er im Monat Ramadan die Fußballspiele bestreiten muss und das Fasten Einfluss auf seine Leistung hat, dann darf er das Fasten brechen.” Ausgenommen davon seien Amateure.
DFL-Geschäftsführer Christian Seiffert erklärte zudem in einer Mitteilung, dass nun Rechtssicherheit geschaffen worden sei.
Das ist mitnichten so. Denn vielfach werden Fatwas so angesehen, als seien sie religiös komplett bindend. Dabei sind sie nur entweder zu einer Klärung eines unbekannten Falles heranzuziehen, oder um es Muslimen in einer Angelegenheit, vor allem in einem nicht-muslimischen Land, die religiösen Pflichten zu erleichtern. Ein Rechtsgutachten ist zudem nicht starr und nur für die Muslime bindend, die es auch akzeptieren.
Kein Muslim muss diese Fatwa befolgen. Kein muslimischer Spieler muss im Monat Ramadan auf sein Fasten verzichten. Aber genau das kann jetzt von Spielern mit Hinweis auf diese Fatwa verlangt werden. Dabei ist es jedoch jedem Muslim freigestellt, wie er sich entscheidet.
Die Fatwa der Al-Azhar ist in diesem Zusammenhang nichts neues. Solche Erklärungen gab es schon vor Jahren, beispielsweise auch in der Türkei, die Profi-Fußballern dazu anrieten, dass Fasten sein zu lassen, wenn sie enorme Belastung erfahren.
Aber genau solche Fatwas wurden jedoch von zahlreichen Clubs dazu ausgenutzt um Druck auf die Spieler auszuüben.
Damit wäre die Intention, nämlich die endgültige Klärung des Sachverhalts für Spieler, wieder einmal ad absurdum geführt worden. Der ZMD hätte, bei aller guter Absicht, mit Schuld daran, wenn muslimische Spieler, weil sie Fasten, mit Repressionen rechnen müssen.
Aus meiner Sicht hätte ein Präzedenzfall vor einem deutschen Gericht, dass geklärt hätte, dass man einem Sportler nicht verbieten kann zu fasten, weil dies in seine Persönlichkeitsrechte eingreift und in seine Religionsfreiheit, mehr bewirkt, als eine halbherzige Fatwa, die Sportlern erlaubt ihr Fasten zu brechen, aber nicht das Problem angeht.
Meine Güte. Kein Muslim dieser Welt ist so blöd, dass er seinen Körper so überanstrengt, dass er dafür seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Und genau das wird hier angezweifelt. Es wird behauptet, ohne jeglichen Beweis, dass die Leistung der Spieler abnimmt, weil sie Fasten und dieses Fasten wird grundsätzlich als gesundheitsschädlich angesehen.
Ich hoffe, dass muslimische Sportler in der Bundesliga weiterhin, wenn sie Fasten möchten, auf Unterstützung, statt auf Repressalien hoffen können. Und ich hoffe inständig, dass diese Fatwa nicht missbraucht wird um sie in die Ecke zu drängen. Wenn ein Sportler solche Repressalien erlebt, dann sollte er den juristischen Weg gehen, denn er ist aus meiner Sicht, völlig im Recht.
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[...] ist, aber ernsthaft gläubigen muslimischen Fussballern noch viel Ärger bereiten wird. Akif berichtet darüber, ich kann mich seiner Meinung nur anschließen. Ich habe mir den mageren Text auf [...]